Flüchtlinge in Deutschland – Info-Veranstaltung beleuchtet Chancen und Potentiale für den regionalen Arbeitsmarkt

Geisingen. Wie kann es gelingen, Flüchtlinge in den regionalen Arbeitsmarkt zu integrieren? Wie können Unternehmen vorgehen, die Flüchtlinge einstellen wollen, was muss dabei beachtet werden und welche Chancen ergeben sich aus der aktuellen Flüchtlingskrise? Diesen und vielen weiteren Fragen widmete sich nun die Informationsveranstaltung mit dem Titel „Flüchtlinge in Deutschland – Chancen und Potentiale für den regionalen Arbeitsmarkt“, die auf Initiative des Beirats der Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg durchgeführt wurde. Rund 280 Teilnehmer, unter ihnen auch der FDP-Landtagsabgeordnete Niko Reith, der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Storz und die FDP-Landtagskandidatin Dr. Andrea Kanold, folgten der Einladung in die neue Stadthalle in Geisingen.

Foto_PM 121115_Flüchtlinge_InfoVADer Beirat der regionalen Wirtschaftsförderung wolle die Augen vor diesem aktuellen Thema, der Flüchtlingskrise nicht verschließen, sondern reagieren, erklärte der Vorsitzende des Beirats Clemens Maurer in seinem Grußwort. „Sie alle dokumentieren mit Ihrer Anwesenheit, dass Sie in der Flüchtlingskrise Chancen sehen“, richtete er sein Wort an die Gäste.

Geisingens Bürgermeister Walter Hengstler bestätigte dies. Auch ihn habe das Thema sehr angesprochen, denn Geisingen rechne in den kommenden Monaten mit 60 weiteren Flüchtlingen.

„Flüchtlinge sind die Fachkräfte von übermorgen“, betonte die Leiterin der Agentur für Arbeit Rottweil – Villingen-Schwenningen Erika Faust. Ein großer Teil der Flüchtlinge habe zwar keine Ausbildung, aber gerade die jungen Menschen, die hier ankommen, seien sehr motiviert zu arbeiten.

Voraussetzung sei zunächst das Erlernen der deutschen Sprache. Dafür müsse etwa ein Jahr Deutsch-Unterricht angesetzt werden.

„Das überwältigende Interesse an der Veranstaltung zeigt, dass wir den Nerv der Unternehmer getroffen haben und dass großer Informationsbedarf besteht“, sagte Heinz-Rudi Link, Geschäftsführer der regionalen Wirtschaftsförderung.

In seiner Moderation bedankte Link sich bei Frau Faust für die ausgesprochen gute Zusammenarbeit und bezeichnete die Leiterin der Geschäftsführung der Agenturen für Arbeit Rottweil und Villingen-Schwenningen als Glücksfall für die Region.

In den anschließenden Kurzvorträgen erläuterten Petra Hein, Koordinatorin für Asylbewerber der Agentur für Arbeit, Dr. Sonja Zeiger-Heizmann von der Handwerkskammer Konstanz, Jan Unverhau von der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg und Cornelia Lüth vom Welcome Center Gewinnerregion verschiedene Maßnahmen, Aktivitäten und Angebote zur Integration von Flüchtlingen.

Petra Hein begann ihren Vortrag über die Arbeit der Arbeitsagentur und der Jobcenter mit der Feststellung:

„Wir krempeln die die Ärmel hoch und fangen an.“

„Im Handwerk herrscht in fast jedem Bereich Fachkräftemangel und die Tendenz nicht besetzter Ausbildungsplätze ist steigend“, so Dr. Sonja Zeiger-Heizmann, die in der Zuwanderung große Chancen sieht. Ohne Qualifikation werde die Integration nicht gelingen. Die Handwerkskammer wie auch die Industrie – und Handelskammer führen derzeit Befragungen bei den Unternehmen durch, um Praktikums – oder Ausbildungsplätze aufzulisten. Aktuellen Zahlen zufolge können sich 85 Prozent der Ausbildungsbetriebe ein Engagement zur Einbeziehung von Flüchtlingen vorstellen, berichtete Jan Unverhau von der IHK.

Die breite Angebotspallette für ausländische Fachkräfte wurde zum Abschluss der Vortragsreihe von Cornelia Lüth, Leiterin des Bereichs Fachkräfte bei der regionalen Wirtschaftsförderung, dargestellt.

Im Anschluss an die Kurzvorträge standen die Agentur für Arbeit Rottweil – Villingen-Schwenningen, die Jobcenter der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg, die Handwerkskammer Konstanz, die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, das Welcome Center Gewinnerregion und Südwestmetall Bezirksgruppe Schwarzwald-Hegau an Informationsständen für Fragen zur Verfügung.

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